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Historisches

Das Denkmal für die Gefallenen und Vermissten der Weltkriege steht an der Oldenburger Straße. Der 1. Weltkrieg forderte von dem kleinen Ort siebzehn, der 2. Weltkrieg vierzehn Tote und Vermissste!

Das Denkmal ist eine auf einem Bruchsteinsockel gemauerte Säule, die von einem aus rotem Sandstein im Vollrelief gearbeiteten Adler bekrönt ist.

Das Denkmal wurde in den 1920er Jahren zum Gedenken an die siebzehn im 1. Weltkrieg zumeist an der Westfront (Flandern, Picardie, Lothringen, Elsass) gefallenen und vermissten Breitenthaler erbaut. Auf einer in der Mitte angeordneten Stele sind die Namen dieser Gefallenen und Vermissten chronologisch aufgelistet.

Unterhalb dieser Stele ist ein leider nicht mehr gut erhaltenes Sandsteinrelief angebracht, das einen an einem Soldatengrab trauernden Soldaten mit Pferd zeigt. Der Soldat trägt einen Säbel und hält in der Hand den bis 1916 in der preußischen Armee getragenen Helm ("Pickelhaube").

Zur Finanzierung des Denkmals veranstaltete z.B. am 30. Januar 1921 der Gesangverein Breitenthal ein Wohltätigkeitskonzert, dessen Erlös von 1000 Mark den Gefallenen und Vermissten gewidmet wurde und der Errichtung dieses Gedenksteines diente.

Für die vierzehn Gefallenen und Vermissten des 2.Weltkrieges wurde rechts und links der Stele und des Reliefs jeweils eine weitere Stele mit den Namen und Daten nachträglich angebracht.
 
Die nachfolgenden Daten wurden überwiegend der Datenbank des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. entnommen. 

Die Gefallenen und Vermissten des 1. Weltkrieges:

Uebel, Reinhold Dienstgrad: Reservist.
Geburtsdatum: unbekannt.
Geburtsort: unbekannt.
Todesdatum: 22.10.1914
Todesort: unbekannt.
Reinhold Uebel ruht auf der vom Volksbund hergerichteten Kriegsgräberstätte in Chauny (Frankreich) . Endgrablage: Block 2 Grab 74
Gerhardt, Arthur Dienstgrad: Wehrmann.
Geburtsdatum:  unbekannt.
Geburtsort: unbekannt.
Todesdatum: 04.10.1914.
Todesort: Lesquin.
Arthur Gerhardt ruht auf der vom Volksbund hergerichteten Kriegsgräberstätte in Lambersart (Frankreich) .  Endgrablage: Grab 2
Faust, Robert Dienstgrad: Wehrmann
Geburtsdatum: unbekannt
Geburtsort:
Todesdatum: 12.11.1914
Todesort: unbekannt
Robert Faust ruht auf der vom Volksbund hergerichteten Kriegsgräberstätte in Maizeray (Frankreich) . Endgrablage: Block 2 Grab 267
Faller, Reinhold Keine Daten vorhanden.
Todes-/Vermisstendatum: 1914
Fellenzer, Ferdinand Keine Daten vorhanden.
Todes-/Vermisstendatum: 1915
Wolf, Arthur Dienstgrad: Wehrmann
Geburtsdatum: unbekannt
Geburtsort: Breitenthal
Todesdatum: November 1915
Todesort: Festungs-Hilfslazarett III, Königsberg/Ostpreußen
Arthur Wolf war Angehöriger des Infanterie-Regiment „Hessen-Homburg“ Nr. 166, sationiert in Bitsch, das mit der 62. Infanterie-Brigade der 31. Division an die Ostfront verlegt war. Arthur Wolf wurde während der ab 3. Oktober 1915 stattfindenden Stellungskämpfe zwischen Krewo-Smorgon-Narotsch und Tweretsch schwer verwundet und verstarb wenige Tage später im Festungs-Hilfslazarett III, Königsberg/Ostpreußen
Faller, Emil Todes-/Vermisstendatum: 1915
Es sind keine genauen Daten vorhanden; wahrscheinlich ruht Emil Faller auf der vom Volksbund hergerichteten Kriegsgräberstätte in Langemark (Belgien) . Endgrablage: Kameradengrab
Konrad, August Keine Daten vorhanden.
Todes-/Vermisstendatum:1915
Faller, Wilhelm Keine Daten vorhanden.
Todes-/Vermisstendatum:1916
Faller, Arthur Dienstgrad: Grenadier
Geburtsdatum: unbekannt
Geburtsort: unbekannt
Todesdatum: 08.08.1916
Todesort: unbekannt
Arthur Faller ruht auf der vom Volksbund hergerichteten Kriegsgräberstätte in Azannes II (Frankreich) . Endgrablage: Block 5 Grab 303
Faller, Julius

Dienstgrad: Wehrmann
Geburtsdatum: unbekannt
Geburtsort: unbekannt
Todesdatum: 17.10.1917 
Todesort:  unbekannt
Julius Faller ruht auf der vom Volksbund hergerichteten Kriegsgräberstätte in Cambrai (Frankreich) . Endgrablage: Block 3 Grab 727

Schuf, Otto Keine Daten vorhanden.
Todes-/Vermisstendatum: 1918
Allmann, Ernst Keine Daten vorhanden.
Todes-/Vermisstendatum: 1918
Bartholome, Josef Keine Daten vorhanden.
Todes-/Vermisstendatum: 1918
Allmann, Adolf Keine Daten vorhanden.
Todes-/Vermisstendatum: 1918
Hachenthal, Otto Keine Daten vorhanden.
Todes-/Vermisstendatum: 1918
Stauch, Otto Dienstgrad:  Musketier
Geburtsdatum:  unbekannt
Geburtsort:  unbekannt
Todes-/Vermisstendatum:  19.04.1918
Todesort: unbekannt
Otto Stauch ruht auf der vom Volksbund hergerichteten Kriegsgräberstätte in Montdidier (Frankreich) . Endgrablage: Block 1 Grab 665

Die Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges:

Diehl, Kurt Keine Daten vorhanden.
Vermisstendatum: Oktober 1941
Ströher, Ernst Dienstgrad: Gefreiter
Geburtsdatum: 22.04.1909
Geburtsort: Kneuttingen (bei Thionville in Lothringen; heutiger Ortsname: Knutange
Todesdatum: 29.01.1942
Todesort: Smolensk
Ernst Ströher ruht auf der vom Volksbund hergerichteten Kriegsgräberstätte in Smolensk-Nishnjaja Dubrowinka (Rußland) .
Springweiler, Hermann Keine Daten vorhanden.
Todesdatum: gefallen 10.08.1942
Hey, Kurt Dienstgrad: unbekannt
Geburtsdatum: 06.11.1922
Geburtsort: Breitenthal
Vermisstendatum: 01.01.1943
Todesort: Stadt Stalingrad
Nach den uns vorliegenden Informationen ist Kurt Hey seit 01.01.1943 in Stadt Stalingrad vermisst.
Faller, Walter Dienstgrad: Obermaat
Geburtsdatum: 13.01.1920
Geburtsort: unbekannt
Vermisstendatum: 14.05.1943
Todesort: unbekannt
Als gefallener Marineangehöriger ist sein Name entweder in dem U-Boot-Ehrenmal Möltenort bei Kiel an Wandtafeln oder im Marineehrenmal in Laboe in einem dort ausliegenden Gedenkbuch verzeichnet.
Wolf, Robert Keine Daten vorhanden.
Vermisstendatum: Juli 1943
Rieth, Alfred Dienstgrad: unbekannt
Geburtsdatum: 23.04.1909
Geburtsort: Oberhosenbach
Vermisstendatum: 02.07.1944
Todesort: unbekannt
Nach den uns vorliegenden Informationen ist Alfred Rieth seit 02.07.1944 vermisst.
Faller, Karl Keine Daten vorhanden.
Todesdatum: 23.08.1944
Soma, Johann Dienstgrad: Gefreiter
Geburtsdatum: 11.03.1903
Geburtsort: Kantweinen, Kreis Memel  (Ostpreußen)
Todesdatum: 23.09.1944
Todesort: Rujen/Lettland.
Johann Soma wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt oder konnte im Rahmen der Umbettungsarbeiten nicht geborgen werden. Nach den vorliegenden Informationen befindet sich sein Grab derzeit noch an folgendem Ort: Rujen - Lettland
Hofmann, Walter Dienstgrad: Gefreiter
Geburtsdatum: 12.02.1925
Geburtsort: Breitenthal
Todesdatum: 10.12.1944
Todesort: nicht verzeichnet
Walter Hofmann ruht auf der vom Volksbund hergerichteten Kriegsgräberstätte in Dillingen-Waldfriedhof (Bundesrepublik Deutschland) .
Gemmel, Ernst Dienstgrad: Panzer-Grenadier
Geburtsdatum: 16.07.1926
Geburtsort: Breitenthal
Todesdatum: 20.12.1944
Todesort: zwischen Noville und Foy / Ardennen
Ernst Gemmel ruht auf der vom Volksbund hergerichteten Kriegsgräberstätte in Recogne-Bastogne (Belgien). Endgrablage: Block 5 Grab 103
Füllhaus, Georg Keine Daten vorhanden.
Vermisstendatum: Februar 1945
Wayand, Walter Keine Daten vorhanden.
Todesdatum: 05.03.1945
Fellenzer, Ernst Keine Daten vorhanden.
Vermisstendatum: März 1945

 

Die Jammerseiche von Breitenthal

- eine alte Sage -

Als der furchtbare 30jährige Krieg in Deutschland tobte, wurde auch die Gegend zwischen Nahe und Hunsrück schwer heimgesucht. Spanier (Anmerkung des Webmasters: unter "Spanier" verstand man Truppen aus den Spanischen Niederlanden, die Soldaten kamen zumeist aus dem Gebiet des heutigen Belgien und wurden von dem General Ambrosio Spinola geführt), Kroaten und anderes Kriegsvolk plünderten, mordeten und sengten überall in der Landschaft. Lachende Fluren und Saatfelder wurden von ihnen verwüstet, Dörfer und Gehöfte in Brand gesteckt. Und wehe den armen, wehrlosen Menschen, die nicht flohen, wenn die Sturmglocke die drohende Gefahr verkündete! Furchtbare Misshandlungen mussten sie erdulden, und nicht selten wurden sie von den rohen Soldaten zu Tode gequält.

Am schlimmsten war die Kriegsnot in den Jahren 1627 und 1628. Damals hausten die Sanier unter dem General Spinola in unserer Gegend. Um jene Zeit wurden an einem Sommertage die Dörfer Niederhosenbach und Breitenthal von den Spaniern überfallen. Voller Angst und Schrecken flohen die Bewohner aus ihren Häusern, um in Wald oder Feld ein sicheres Versteck zu suchen. Wo die Gemarken der beiden Orte sich schneiden, liegt eine kleine Anhöhe, die einst mit mächtigen, uralten Eichen bewachsen war. Dort suchten die Flüchtlinge mit Weib und Kind Schutz vor dem wilden Kriegsvolk.

Aber bald spielte sich ein furchtbares Schauspiel an jener Stelle ab. Dem Kriegsvolk war die Zufluchtstätte verraten worden, und mit rohem Lachen umzingelten die Soldaten die Geflohenen. Aus dem nahen Walde schleppten sie dürre Reiser und Hecken herbei und türmten sie zu einem haushohen Walle um die armen Menschen. Und bald schlugen die Flammen mit lautem Prasseln hoch empor und leckten an den Eichen hinan. Da erhob sich ein furchtbares Wehklagen unter den Geflüchteten. Wie schrieen Weiber und Kinder! Die Männer aber erkletterten die hohen Eichen und riefen laut um Hilfe. Weithin hörte man das Jammern und Klagen und das Hilfegeschrei. Doch niemand vermochte zu helfen. Einige versuchten wohl, ihr Leben zu retten, indem sie den Todesring durchbrachen. Doch blad sanken sie unter den Streichen der Spanier zu Boden. Die rohen Soldaten aber lachten wild auf über das Wehgeschrei und schürten die Flammen, bis alle Geflüchteten verbrannt waren.

Seit der Zeit trägt jene Stelle den Namen "An der Jammerseiche". Und wenn man alte Leute fragt, wie die seltsame Flurbezeichnung entstanden ist, so erzählen sie von dem Wehklagen und Jammern, das einst um die alten Eichen erscholl, und das schon mancher gehöret hat, wenn er in später, stiller Stunde an jenem Ort vorüber kam.

Entnommen aus: "Heimatkundliches Lesebuch" - für die Volksschulen des Landesteils Birkenfeld
I. Teil (für die Grundschule), 2. Auflage mit Bildern von Maler Rudolf Wild in Idar
Herausgegeben 1928 vom Birkenfelder Landes-Lehrerverein

Schulgesetze der Schule zu Breitenthal von 1843

(Kreisarchiv Birkenfeld Best. Nr. 3083)

§ 1
Auf das mit der Glocke für die verschiedenen Klassen gegebene Zeichen haben sich die Schüler ohne Säumnisse zur Schule zu begeben, darum vorher sorgfältig die Schulbedürfnisse zu ordnen und an ihrem Körper zu tun, was die Reinlichkeit fordert.

§ 2
Früheres Herumtreiben auf der Straße oder um das Schulhaus ist untersagt.

§ 3
Sechs Minuten nach dem Schulgeläute werden die Schüler verlesen, die Fehlenden in die Versäumnisliste eingetragen und nur erhebliche Entschuldigungsgründe später nachgetragen.

§ 4
Der Eintritt in die Schule wie das Verlassen derselben hat Lärmlos zu geschehen und unter Begrüßung des Lehrers und der Mitschüler.

§ 5
Jeder Schüler nimmt den ihm nach Kenntnissen, Fleiß und sittlichem Betragen bestimmten Platz ein.

§ 6
Während des Unterrichts wird die beste Aufmerksamkeit gefordert. Plaudern, mutwilliges Herumtreiben oder gar Unfug, wodurch auch die Mitschüler gestört werden, werden bestraft.

§ 7
Nur in dringlichen Fällen wird wahrend des Unterrichts Austritt aus der Schule gestattet.

§ 8
Die nötigen Schreibbücher müssen geheftet sein, wenigstens drei Bogen enthalten und daß kein Blatt aus denselben geschnitten werden.

§ 9
Federn, Bleistift, Griffel, Lineal und Schiefertafel dürfen in den sie erfordernden Stunden nicht fehlen und letztere muß mit einem Schwämmchen oder dergl. versehen sein.

§ 10
Bücher und Schriften sind stets reinzuhalten.

§ 11
Liefert der Schüler fremde Arbeiten als die seinigen ein, trifft ihn Strafe wie den, der sie ihm ausführt; einflüstern ist streng untersagt.

§ 12
Kann oder konnte ein Schüler aus irgendeinem Grunde die erhaltene Arbeit nicht vollständig oder gar nicht ausführen, so hat er dem Lehrer davon freimütig Anzeige zu machen.

§ 13
Aufrichtigkeit und Redlichkeit, Verträglichkeit und Friedfertigkeit, Geselligkeit und Dienstfertigkeit gegen jedermann werden dem Schüler in- und außerhalb der Schule zur Pflicht gemacht.

§ 14
Das Lärmen auf der Straße und alles unanständige Betragen ist beim Kommen zur Schule ebenso untersagt wie beim Gehen aus derselben.

§ 15
Die Begegnenden sind stets freundlich zu begrüßen.

§ 16
Auch sonst außer der Schule verübter Mutwille oder Unfug findet angemessene Bestrafung. Dazu gehören: das Necken, Verhöhnen und Schimpfen von Menschen, Beschädigung an Häusern, Gewächsen, Bäumen, Früchten sowie das Ausnehmen von Nestern unschädlicher Vögel. Junge Singvögel dürfen nur von dem Schüler ausgenommen werden, der sie aufziehen und ernähren kann, worüber er sich bei dem Lehrer gehörig auszuweisen hat. Quälerei eines Tieres wird exemplarisch bestraft wie mutwillige und zwecklose Tötung desselben. Verfehlungen solcher Vergehen werden ebenfalls geahndet.

§ 17
Frevel gegen das Eigentum des Nächsten in- und außerhalb der Schule, sie mögen Namen haben, welche sie wollen, sind streng verboten - selbst das Verheimlichen gefundener Gegenstände.

§ 18
Schamhaftigkeit wird von jedem Schüler verlangt. Diese will auch unter anderem, dass keine öffentlichen Wege, Plätze und gangbare Pfade verunreinigt werden.

§ 19
Unanständige Reden und Lieder dürfen die Schüler sich nicht zuschulden kommen lassen; selbst die Gesellschaft, wo sie solche vernehmen, haben sie sogleich zu verlassen.

§ 20
Nur unter Begleitung der Eltern oder des Vormundes dürfen Schüler Tanzbelustigungen zusehen sowie Wirtshäuser oder Schenkzelte (auf Märkten) betreten.

§ 21
Anständige Spiele sind den Schülern erlaubt; jedoch keines um Geld. Das Kartenspiel ist ganz untersagt.

§ 22
Rauchen dürfen die Schüler nicht. Zuwiderhandlungen werden ernstlich bestraft.

§ 23
Der Gottesdienst, und vor allem die Katechisationen, dürfen von den erwachsenen Schülern ohne zureichenden Grund nicht versäumt werden.

§ 24
Unanständiges Benehmen in der Kirche wird in der nächsten Schule gerügt und nötigenfalls bestraft.

Breitenthal, den 21. Juni 1843
(gez.) Engel

Mein Breitenthal

Text: Friedrich Diel ( * 1863  + 1932)
Melodie:  Walter Heidrich (Dorflehrer von 1919-1925)

Wo der Bergmann mit fleißigen Händen
in Schielenbergs felsigstem Schacht
gräbt den Schiefer von tropfenden Wänden
in des Erdenschoß' finsterer Nacht.
Wo im Sommer im schattigen Walde
froh, die Jugend die Wälen dort bricht,
da liegst du auf grünender Halde,
mein Dörflein so traut und so schlicht.

Wo die Straße dort mühsam sich windet
vom Tale hinauf auf die Höh',
im Sommer durch lachende Fluren,
im Winter durch Eis und durch Schnee.
Wo die Schleifen am murmelnden Bache
stehn wie Mühlen im Talesgrund,
da liegst du, geliebteste Heimat,
liebstes Dörflein im Erdenrund.

Wo auf dunklen Tannen dort wohnet
der Raben krächzende Schar,
wo auf luftiger Höhe dort thronet
so sagenumwoben, so rar,
die knorrige Jammereiche,
erzählt uns von Jammer und Not,
da liegt wie im Feenreiche
mein Dörflein im Abendrot.

So liegst du, o Ort, mir, du trauter,
stets immer und ewig im Sinn,
erschalle, mein Sang, immer lauter,
trag' fort zu den Höhen es hin,
sag dem fleißigen Landmann viel Grüße
und grüß' mir die Raben zumal,
und wenn ich mein Leben beschließe,
so sei es in Breitenthal.

Im Internet findet man immer wieder alte Postkarten mit Breitenthaler Motiven, die für zumeist wenig Geld erworben werden können. Nachfolgend werden einige dieser raren Exemplare vorgestellt.


Diese Postkarte lief am 3. September 1903 als "Correspondenz-Karte" nach Frankfurt, mit der ein Herr Julius Henn einem Fräulein (Name bekannt) Gruß und Kuß sendet. Abgestempelt ist die Karte in Herrstein, ein weiterer Stempel wurde in Frankfurt angebracht. Es ist bemerkenswert, dass die Karte sowohl in Herrstein wie in Frankfurt am gleichen Tag gestempelt wurde. In der heutigen, ach so modernen, Zeit ist derartiges undenkbar...

Die Karte zeigt eine Ansicht des Ortes etwa von der Stelle aus wo heute das Haus (ehemals) Walter Faust steht. Deutlich erkennbar an den 5 Fenstern ist etwas links der Bildmitte das Gasthaus Friedrich Braun, von dem eine Ausschnittvergrößerung beigefügt ist. Eine Vorstellung von der Lebenswirklichkeit dieser Zeit gibt dieses Hausmotiv: auf dem unbefestigten Hof stehen Kühe vor dem Stall, die Kinder und Erwachsenen tragen alle Kopfbedeckung und haben sich wie die Orgelpfeifen für den Fotografen aufgestellt. Selbst aus dem Fenster über dem Haupteingang schauen ein paar Damen heraus, die mittels der Postkarte in die weite Welt getragen werden wollten.

Auch die nächste Karte zeigt das Gasthaus Braun, Inhaber Rudolf Braun, "Gasthaus u. Bäckerei - Kolonialwaren - Fremdenzimmer - Tel. Herrstein 85 - Schöner Saal - Heizung - Ia Speisen u. Getränke". Die Fotografien sind wohl in der nach-Oldenburger Zeit zwischen 1937 und 1945 entstanden. Interessant ist die falsche Zuordnung von Breitenthal zum Bezirk Trier (der Rheinprovinz). Der Ort gehörte nach 1937 immer zum Bezirk -später Regierungsbezirk- Koblenz. Wahrscheinlich hat der Verleger aus Schwalbach/Taunus beim Blick auf die Landkarte übersehen, dass der Bezirk Trier mit Hottenbach und Sulzbach endete. Auch die auf der Rückseite geschriebene Adresse mit der Bezeichnung Idar-Oberstein II für Idar kann es vor 1937 nicht gegeben haben. In dem 1982 veröffentlichten Bildband Breitenthal von Walter Faust ist diese Karte ebenfalls abgebildet und wird dort deutlich zu früh auf ca. 1920 datiert.

Die Karte selbst scheint nicht postalisch gelaufen zu sein, denn es fehlen Briefmarke und Stempel. Sie wurde offenbar so überreicht: Elise, Ernst und Reiner wünschen ihrer Tante in Idar alles Gute zum 85. Geburtstag.


In der oberen Hälfte ist eine Ansicht des Ortes aus Richtung Battenofen bzw. von der Straße nach Wickenrodt. Im untern Teil das Gasthaus Braun und die Breitenthaler Mühle. Gegenüber der Postkarte von 1903 ist erkennbar, dass beim Gasthaus Braun im Bereich der Scheune die Eingänge zu den Stallungen nun zugemauert bzw. durch ein Fenster ersetzt sind. Ebenso sind über dem Stall nun zwei neue Fenster eingebaut. Die Treppe des Hauptzuganges ist ebenfalls neu gestaltet. 

Original und unbeschrieben liegt die nächste Ansichtskarte vor. Laut Aufdruck auf der Rückseite zeigt sie das "Gasthaus Ernst Vollrath, Breitenthal/Hunsrück - Fremdenzimmer, gute Küche, gepfl. Getränke". Zeitlich einordnen lassen sich die Aufnahmen auf vor 1955, denn sie zeigen das 1902 erbaute Gebäude in dem Zustand den es vor dem Brand 1955 aufwies. 

Die Panorama-Aufnahme des Ortes zeigt den Blick etwa von der Position des heutigen Dorfgemeinschaftshauses. Im Vordergrund ist gerade noch das Dach der alten Schule (heute Gasthaus) erkennbar.