Blue Flower

Mein Breitenthal

Text: Friedrich Diel ( * 1863  + 1932)
Melodie:  Walter Heidrich (Dorflehrer von 1919-1925)

Wo der Bergmann mit fleißigen Händen
in Schielenbergs felsigstem Schacht
gräbt den Schiefer von tropfenden Wänden
in des Erdenschoß' finsterer Nacht.
Wo im Sommer im schattigen Walde
froh, die Jugend die Wälen dort bricht,
da liegst du auf grünender Halde,
mein Dörflein so traut und so schlicht.

Wo die Straße dort mühsam sich windet
vom Tale hinauf auf die Höh',
im Sommer durch lachende Fluren,
im Winter durch Eis und durch Schnee.
Wo die Schleifen am murmelnden Bache
stehn wie Mühlen im Talesgrund,
da liegst du, geliebteste Heimat,
liebstes Dörflein im Erdenrund.

Wo auf dunklen Tannen dort wohnet
der Raben krächzende Schar,
wo auf luftiger Höhe dort thronet
so sagenumwoben, so rar,
die knorrige Jammereiche,
erzählt uns von Jammer und Not,
da liegt wie im Feenreiche
mein Dörflein im Abendrot.

So liegst du, o Ort, mir, du trauter,
stets immer und ewig im Sinn,
erschalle, mein Sang, immer lauter,
trag' fort zu den Höhen es hin,
sag dem fleißigen Landmann viel Grüße
und grüß' mir die Raben zumal,
und wenn ich mein Leben beschließe,
so sei es in Breitenthal.